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Skiunfälle im Februar stark gestiegen


Schönwetter.
Verletzungen nehmen bei gutem Wetter zu, ÖAMTC-Flugrettung rückte um ein Viertel öfter aus.

Binnen weniger Tage haben sich drei Prominente beim Skifahren verletzt – das passt zu den derzeit überdurchschnittlich hohen Unfallzahlen. Wie Moderator Armin Assinger, Landeshauptmann Josef Pühringer und Fußballkaiser Franz Beckenbauer landeten viele Wintersportler in den Krankenhäusern der Skigebiete, die ÖAMTC-Flugrettung verzeichnete deutlich mehr Einsätze.
Schon seit Skisaisonstart am 1. Oktober rückten die Hubschrauber des ÖAMTC um drei Prozent öfter als im Vorjahreszeitrum aus – bis zum 19. Februar insgesamt 821-mal. Wegen des Schneemangels gab es in der Weihnachtszeit kaum Einsätze. Die meisten Rettungsflüge wurden in den vergangenen Tagen geflogen. Deshalb mussten die Christophorus-Helikopter im heurigen Februar um 20 bis 25 Prozent mehr Einsätze fliegen als im Februar 2014.
Auch die Ambulanz des Krankenhauses Schwarzach ist täglich voll: Von den 120 bis 160 Patienten sind di meisten Skifahrer, nur zehn Prozent Snowboarder. Laut Sprecher Karl Söllhammer sind diese Zahlen im Durchschnitt, „ferienbedingt“ gebe es derzeit eben viele Unfälle.
Ursache für Unfälle sei unter anderem der Carving-Ski: „Carven macht mehr Spaß, man überschätzt sich aber leichter und fährt risikofreudiger. Vor allem Kreuzbandrisse sind häufiger.“ Neben immer schnellerem Material führen Sportmediziner mangelnde Kondition und die Übermüdung am Nachmittag als häufige Unfallursachen an.

Schönwettergefahr

Ein weiterer Grund für die derzeit häufigeren Unfälle ist das schöne Wetter in den Ferienmonaten. Bei Sonne neigen Skifahrer zu höheren Geschwindigkeiten und sinkender Achtsamkeit.
Die Schneeauflage ist auch wesentlich für die Art und der Verletzung. Unfallchirurg Univ.-Prof. Reinhard Weinstabl weiß: „Kunstschnee uns eisige Pisten sorgen für schwerere Knochenbrüche.“ Darauf führt er steigende Patientenzahlen in den Spitälern der Skigebiete zurück. „Das sind schwerere Operationen als Bänderverletzungen. Sie werden in der Regel vor Ort operiert, weil Komplikationen wie Gefäßverschlüsse auftreten können“. Bänderverletzungen sind wiederrum bei viel Schnee häufiger, insgesamt stehen Knie- und Schulterverletzungen bei Skiunfällen an erster Stelle.

Helm und Hirn

Als Schutz vor Verletzungen hat sich der Helm schon durchgesetzt, die Zahl an schweren Kopfverletzungen sich halbiert. Der Rückenprotektor ist hingegen noch wenig gebräuchlich, dabei sind gerade Wirbelsäulenverletzungen meist sehr kompliziert.
Als noch umfassendere Prävention empfehlen Experten die Kenntnis und Umsetzung der FIS-Regeln (siehe rechts). Der Vorarlberger Rechtsanwalt Patrick Piccolruaz verhandelt oft wegen Skiunfällen und betont auch die juristische Bedeutung: „Die FIS-Regeln sind indirekt gültig, weil sich Richter bei einer gerichtlichen Abklärung daran orientieren.“ Bei solchen Prozessen gehe es oft nicht um eine eindeutige Schuldzuweisung, sondern um die Gewichtung der Schuld, in weil Fällen auf Basis eines skitechnischen Gutachtens. Die Strafverfahren enden oft mit Diversion oder Geldstrafen, die durchaus im Rahmen sind. Aber manchmal können die Zivilverfahren über die Schadenersatzansprüche der Opfer existenzbedrohend sein, wenn etwa ein Familienvater arbeitsunfähig ist.“ Der Anwalt empfiehlt daher eine Haftpflichtversicherung für Skifahrer und Snowboarder und genaue Kontrolle, was sie abdeckt.

FIS-Verhaltensregeln sind auch juristisch relevant


Pisten-Verhalten.
Die zehn Regeln des internationalen Skiverbandes FIS geben das Verhalten für Skifahrer und Snowboarder vor und werden als Grundlage für juristische Entscheidungen nach Unfällen herangezogen.

1. Rücksicht Das eigene Verhalten darf keinen anderen gefährden oder schädigen.
2. Fahrweise Jeder muss auf Sicht fahren, Geschwindigkeit und Fahrweise seinem Können und den Gelände-, Schnee- und Witterungsverhältnissen sowie der Verkehrsdichte anpassen.
3. Fahrspur Der von hinten Kommende muss seine Fahrspur so wählen, dass er vor ihm fahrende Skifahrer und Snowboarder nicht gefährdet.
4. Überholen Ist erlaubt, aber immer nur mit einem Abstand, der dem Überholten für alle Bewegungen genügen Raum lässt.
5. Ein-, An-, Hangaufwärtsfahren Wer in eine Abfahrt einfahren, nach einem Halt wieder anfahren oder hangaufwärts schwingen oder fahren will, muss sich nach oben und unten vergewissern, dass er dies ohne Gefährdung tun kann.
6. Anhalten Es ist zu vermeiden, sich ohne Not an engen oder unübersichtlichen Stellen aufzuhalten. Wer stürzt, muss solche Stellen so schnell wie möglich freimachen.
7. Auf-/Abstieg Wert auf- oder zu Fuß absteigt, muss den Rand der Piste benutzen.
8. Zeichen Jeder muss die Markierung und die Signalisation beachten.
9. Hilfeleistung Bei Unfällen ist jeder zur Hilfeleistung verpflichtet.
10. Ausweispflicht Im Falle eines Unfalles muss jeder seine Personalien angeben, ob Zeuge oder Beteiligter, ob verantwortlich oder nicht.

Die kompletten Regeln mit Erläuterungen findet man auf www.fis-ski.com.

KURIER, Montag 23. Februar 2015

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