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Feratel-Anzeige gegen Innsbrucker Verlag

Firmenchef Kempf weist Vorwürfe zurück - Infotafeln für Deutschland
Ins Zwielicht geraten ist die Innsbrucker Firma IC-Verlag. Eingebracht wurde von der Firma Feratel eine Anzeige bei der Staatsanwaltschaft, jetzt soll die Polizei ermitteln.

Innsbruck (wa). Die Vorgangsweise der Mitarbeiter des IC-Verlags ist laut Feratel-Chef Markus Schröcksnadel immer die gleiche: Man sucht in ganz Tirol Hoteliers auf und gibt vor, die Daten des sogenannten „Informators“ (eine elektronische Informationssäule) aktualisieren zu müssen.

„Geld ohne Gegenleistung“

Einige Tage später wird dann der Hotelier angerufen und um die Angabe seiner Kontonummer gebeten, damit der IC-Verlag den Unkostenbeitrag für die Aktualisierung abbuchen könne. Wer tatsächlich in seine Geldbörse greift, „zahlt für nichts, denn die Aktualisierung hat freilich nie stattgefunden“, so Feratel-Chef Markus Schröcksnadel. Er warnt eindringlich vor den Geschäften des IC-Verlages. „Nur die Firma Feratel und der Tourismusverband können Änderungen der Daten durchführen.“ Ausgeschwärmt seien laut Schröcksnadel die Mitarbeiter des IC-Verlags, die sich auch als Vertreter der Firma IC-Werbung in Innsbruck ausgeben, bereits in Kitzbühel, Seefeld, Ischgl und anderen größeren Tourismusorten.

Um dem Treiben ein Ende zu setzen, hat nun Schröcksnadel gegen den Geschäftsführer des IC-Verlags, Andreas Kempf, Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Innsbruck erstattet. Nun soll die Polizei ermitteln.

Werbetafeln in Deutschland

Kempf selbst weist alle Vorwürfe schärfstens zurück. Seine Mitarbeiter würden zwar Besuche bei Tiroler Hoteliers machen, aber aus einem ganz anderen Grund. „Wir suchen Interessenten für Informationstafeln, die in Deutschland verteilt werden sollen“, so Kempf. Die Tafeln sollen u.a. an Reisebüros verteilt werden und „Hotel- und Gastronomiebetriebe der Tiroler Region präsentieren“. Auf den Werbetafeln, „von denen es bereits Probeexemplare gibt“ können sich alle touristischen Betriebe präsentieren, die zumindest 7000 S für diese Form der Werbung ausgeben wollen.

Schröcksnadel-Anwalt Dr. Stefan Müller weist freilich darauf hin, daß bei einer gerichtlichen Anhörung im Landesgericht Innsbruck einige Hotelier der Richterin die Richtigkeit der Schröcksnadel-Vorwürfe bestätigt hätten. Kempf hält dies für ausgeschlossen und vermutet „Konkurrenzdenken von Feratel“.

Tiroler Tageszeitung, 08.02.1996

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