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Pümpel-Pleite: ATS 110 Mio. für Banken

(ust) Das Vermögen der Muttergesellschaft wurde für 110 Millionen Schilling verwertet. Nutznießer sind die besicherten Geldinstitute. Mit 800 Millionen Schilling echter Verbindlichkeiten ist Pümpel eine der größten Ländle-Pleiten.

Im Februar 1994 wurde über die Firmengruppe Seraphin Pümpel in Feldkirch das Konkursverfahren eröffnet. Dabei handelte es sich um eine der größten Insolvenzen in Vorarlberg. Wie der Masseverwalter, Dr. Stefan Müller, gestern in einer Aussendung mitteilte, wurden in den Konkursverfahren über die Muttergesellschaft Seraphin Pümpel & Söhne KG und die Bauunternehmung Seraphin Pümpel & Söhne GesmbH insgesamt 750 Millionen Schilling an Forderungen angemeldet. Davon hatte der Masseverwalter etwa 250 Millionen Schilling bestritten. Sie wurden nicht weiter verfolgt. Müller will die beiden von ihm betreuten Verfahren im kommenden Frühjahr abschließen.

Laut Müller ist die Verwertung des vor allem aus Liegenschaften bestehenden Vermögens der Muttergesellschaft „nach nur eineinhalb Jahren praktisch abgeschlossen“. Die größten Brocken waren die Liegenschaft der Zentrale in Feldkirch-Tosters am Kapfweg (rund 33.000 Quadratmeter) und die der Fensterbaufirma in Frastanz (17.000 Quadratmeter samt Betriebshallen).

Das Betriebsareal am Kapfweg brachte rund 60 Millionen Schilling ein. Knapp zwei Drittel gingen an die Illwerke, die Restflächen erwarben die Firma MGT Mayer Glastechnik GesmbH und die Stadt Feldkirch. Die Halle in Frastanz ist an eine Liechtensteiner Firma (Zahntechnik) für 40 Millionen Schilling verkauft worden. Diese Firma werde in Frastanz „an die 100 neue Arbeitsplatz ansiedeln“, so Müller.

Zusammen mit einigen kleineren Liegenschaften konnte der Masseverwalter aus dem KG-Vermögen etwa 110 Millionen Schilling erlösen, die fast ausschließlich den pfandrechtlich besicherten Kreditinstituten zugeflossen sind. Während die restlichen Gläubiger bei der KG „mehr oder weniger leer“ ausgehen, fließen ihnen aus der Verwertung des Bauunternehmens (nach Abzug von Gebühren, Steuern, laufenden Kosten etc.) wenigstens 19 Millionen Schilling zu. Davon dürfte der Insolvenz-Ausfall-Geldfonds (IAG)den größten Teil einstreichen.

Das Konkursverfahren über die Fensterbaufrma wird – trotz Firmensitz in Frastanz – in Wien abgewickelt, weil sich dort der Geschäftsmittelpunkt des Pümpel-Tochterunternehmens befand. Mit 700 bis 800 Millionen Schilling an „echten“ Verbindlichkeiten (bezogen auf die gesamte Unternehmensgruppe) dürfe der Pümpel-Konkurs die bislang größte Pleite Vorarlbergs sein, schätzt Dkfm. Peter Mayer vom Kreditschutzverband von 1870 in Feldkirch.

Wie von Masseverwalter Müller zu erfahren war, ist das Strafverfahren gegen den ehemaligen Firmenchef Dipl.-Ing. Hermann Wölflingseder derzeit noch im Gange. Ermittelt wird wegen fahrlässiger beziehungsweise betrügerischer Krida.

Neue, 31.08.1995

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